Merita war eine G├Âttin der Liebe, ein Luder, heilig und profan zugleich. Eine exotische K├Ânigin von goldbrauner Farbe, verf├╝hrerisch wie ein Espresso macchiato aus edelsten Arabica Bohnen. Doch wer war ihr wei├čer Begleiter, der mit ihr im Anderson Hotel in Harlem eincheckte? War es wirklich Reverend Deuteronomy Springer? Der Pfarrer aus Jacksonville, Florida, der eigenartige Messen zelebrierte, sich in der B├╝rgerrechtsbewegung engagierte und seine schwarze Gemeinde zum Busboykott aufgerufen hatte? Wie auch immer, an der Rezeption trug sich Meritas Begleiter als William Johnson ein, und das wiederum war wohl eher eine Erfindung des erfolglosen Schriftstellers Sam Springer aus Miami. Aber Merita war keine Erfindung. Ihr war egal, wer er war, sie wollte ihn wirklich …

Charles Willeford: Die schwarze Messe. ├ťbersetzt von Ango Laina und Angelika M├╝ller. Pulp Master 2005. (Honey Gal, 1958).

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