F├╝r schwarzen Humor und bitteren Sarkasmus gibt es nicht nur die amerikanische Tradition. Malet hat mit der ┬╗Schwarzen Trilogie┬ź seine Meisterschaft bewiesen. Schaupl├Ątze dieses Romans ├╝ber das ┬╗Paris von unten┬ź sind die Spelunken, Quais und Elendsquartiere, deren hoffnungslose Not Malet ohne romantische Verkl├Ąrung beschreibt. Das Gl├╝ck existiert hier f├╝r die Herumtreiber nur als tr├╝gerische Hoffnung, auch wenn es Gina hei├čt und ein Entkommen aus dem Elend verspricht. Aber Gina wird an einen Araber verh├Âkert und das Ungl├╝ck nimmt seinen Lauf. Nach einem Mord ihres eifers├╝chtigen Geliebten stirbt Gina auf der Flucht. Andr├Ęs bestattet sie nach Indianerart auf einem Baum ┬╗zwischen zwei dicken ├ästen, durch die die aufgehende Sonne sie bescheinen kann┬ź.
Malets Sprache ist k├╝hl und distanziert, surrealistische Elemente und bissige Dialoge machen ihre pr├Ągnante Mischung aus. Eindringlich schildert er die D├╝sterkeit der sozialen Situation, in der die Sonne nur f├╝r die Reichen scheint, nie aber in die finsteren Winkel vordringt. Malet, der selber jahrelang ohne festen Wohnsitz war und daf├╝r im Gef├Ąngnis sa├č, kannte das Milieu der Verlierer aus eigener Anschauung.


 

L├ęo Malet: Die Sonne scheint nicht f├╝r uns. ├ťbersetzt von Andrea Jossen. Edition Nautilus, 2010. (Le soleil n’est pas pour nous, 1949).

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