Geboren 1967 in der nordenglischen Grafschaft Durham, hat Howard Linskey als Barkeeper, Catering Manager, Marketing Manager und Journalist gearbeitet, bevor er 2011 mit „Crime Machine“ sein Deb├╝t als Autor ver├Âffentlicht. Mit „Killer Instinct“ hat er seine Trilogie um den Gangster David Blake nun abgeschlossen.

Haben Sie von Anfang an eine Trilogie mit David Blake geplant?
Urspr├╝nglich hatte ich eine Idee f├╝r nur ein Buch. Sie handelte von einem Verbrecher im Anzug, der sich nicht als Gangster sieht. Er arbeitet allerdings f├╝r einen. David Blake macht sich seine H├Ąnde nicht schmutzig und ist nur f├╝r die gesch├Ąftlichen Angelegenheiten verantwortlich. Er h├Ąlt sich f├╝r immun gegen die Gewalt um ihn herum bis eine gro├če Geldsumme, f├╝r die er verantwortlich ist, vermisst wird, und er muss diese wieder aufbringen oder wird von seinem Boss get├Âtet. Das waren die gesamten Grundannahmen f├╝r „Crime Machine“, aber w├Ąhrend ich schrieb, kamen mir mehr und mehr Ideen f├╝r David Blake, also begann ich mir sein Leben nach den Ereignissen des ersten Buches vorzustellen. Als das Buch vollendet war, hatte ich ziemlich gute Ideen, was in „Gangland“ geschehen w├╝rde und sogar wie sich die Dinge schlussendlich in „Killer Instinct“ zuspitzen w├╝rden.

Wie haben Sie die Figur David Blake dann weiterentwickelt?
Blake ist ein Mann, dessen Leben durch Ereignisse getrieben wird, das ist ihm auch bewusst. Seine Figur entwickelt sich, indem sie auf sehr stressige Situationen, in denen sie sich befindet, reagiert. Zu Beginn ist t├Ąuscht sich Blake selbst, aber bald erkennt er, dass man nicht f├╝r einen Verbrecher arbeiten kann, ohne selbst einer zu werden. Im Prinzip schreibe ich ├╝ber einen Typen, der jedes Pfund seines Talents und seiner Tatkraft verwendet, um am Leben zu bleiben und nicht ins Gef├Ąngnis zu kommen. W├Ąhrend seine Geschichte voranschreitet, muss er zunehmend schwierige Entscheidungen f├Ąllen, um sich und die, die ihm am Herzen liegen, zu sch├╝tzen.

David Blake ist ein moderner Gangster in einer modernen, globalisierten Welt. Was unterscheidet ihn von Bobby Mahoney?
Bobby Mahoney musste sich den Weg zur Spitze recht w├Ârtlich freik├Ąmpfen. Er musste Gewalt oder Angst vor Gewalt einsetzen, um andere einzusch├╝chtern, und seine fr├╝hen Vergehen waren bewaffneter Raub und Erpressung sowie Schutzgelderpressung verbunden mit Prostitution. Mahoney h├Ątte nicht l├Ąnger in der modernen Welt bestanden, in der Geldw├Ąsche schwieriger wird und es ist eine zunehmend komplexe Aufgabe ist, den geeigneten korrupten Beamten f├╝r Bestechungen zu erkennen. Blakes Kapital ist sein Gehirn, nicht seine F├Ąuste. Er ist viel intelligenter als die Mehrheit der Gangster, auf die er st├Â├čt, und er muss es sein, um zu ├╝berleben. Er vertraut auf sein K├Âpfchen, um aus sehr extremen Situationen rauszukommen, und er ist im Grunde das kleinste ├ťbel, was einer der Gr├╝nde daf├╝r ist, dass Leser ihn m├Âgen.

„Killer Instinct“ ist in erster Linie wieder ein Buch ├╝ber einen Verbrecher, der versucht, ganz oben zu bleiben, aber das Vater-Kind-Thema ist ebenfalls sehr gegenw├Ąrtig in dem Buch. Weshalb haben Sie sich entschieden, dar├╝ber zu schreiben?
Ich dachte, es w├╝rde eine komplett neue Seite von Blake er├Âffnen und den Druck auf ihn erh├Âhen. In dem ersten Buch muss er zun├Ąchst seine eigene Haut retten und versucht dann eine Frau zu retten, f├╝r die er viel empfindet, aber, jede Eltern werden das best├Ątigen, kein Gef├╝hl ist so intensiv wie die Liebe f├╝r das eigene Kind. David Blakes Tocher ist das Beste in seinem Leben, aber er muss sie vor Gefahr sch├╝tzen und kann dies nicht tun, ohne zugleich sein eigenes ├ťberleben zu sichern. Durch sie steht f├╝r ihn viel mehr auf dem Spiel. Au├čerdem wollte ich zeigen, dass ein Vater, der zuweilen zu monstr├Âsen Taten gezwungen ist, gleichzeitig zu tief empfundener Liebe zu seinen eigenen Kindern f├Ąhig ist.

David Blake hatte f├╝r mich schon immer eine Art Vater-Komplex, den er durch das Retten sehr junger Frauen auslebte. Hat ihn das Vatersein noch in anderer Hinsicht ver├Ąndert?
Blake versucht generell, Menschen zu retten, aber es gelingt ihm nicht immer. Er versucht sich selbst davon zu ├╝berzeugen, dass er ein guter Mann ist und vielleicht auch ein wenig seine schlechten Taten durch die Hilfe f├╝r andere ausgleichen kann. Er probiert, Sarah zu retten, die Tochter seines Bosses, seinen Bruder Danny oder auch Simone, die junge Frau in „Gangland“, aber deren Lage wird durch seine Eingriffe nicht immer verbessert, das ist Teil seiner Schicksals. Die Vaterschaft ver├Ąndert Blakes Sicht auf seinen eigenen Vater. Als junger Mann k├╝mmerte ihn der seit langem vermisste Vater nicht, der ihn zur├╝cklie├č. Aber nun, da er eine Tochter hat, wird er neugierig auf die Wahrheit in seiner Familiengeschichte. Er will wissen, was tats├Ąchlich mit seinem Vater geschehen ist, und dies f├╝hrt ihn in noch gr├Â├čere Komplikationen.

An „Killer Instinct“ mag ich sehr, dass ich mich dabei selbst ertappte, wie ich von David Blake Moralit├Ąt einforderte. Zwar kann ich sein Dilemma verstehen, als Baxter ihm den Deal anbietet, aber ich war aufrichtig emp├Ârt, dass er sich darauf einlie├č ÔÇô bis ich mir klarmachte, dass er nun einmal ein Gangster ist. Damit haben SieÔÇô zum ersten Mal in dieser Trilogie ÔÇô die Moralit├Ąt der Nicht-Gangster-Welt in die Welt des David Blake hineingelassen. Was haben Sie mit dieser Konfrontation beabsichtigt?
David Blake ist kein netter Mensch, aber er ist ein gro├čer Realist und wei├č, dass Baxter ihn in eine unm├Âgliche Situation brachte, indem er das Geld versteckte, das er zum F├╝hren der Organisation ben├Âtigt. Er muss nun einen Pakt mit dem Teufel schlie├čen und diesen durchschauen, egal wie widerlich das f├╝r ihn und die anderen Mitglieder der Firma sein mag. Blake und seine Gang wissen, dass sie Kriminelle sind, aber einige der Leute, mit denen sie in der „Au├čenwelt“ handeln, wie Politiker, Anw├Ąlte, Polizisten, Journalisten und sogar Fu├čballer, k├Ânnen genauso b├Âse sein, w├Ąhrend sie sich mit einem Mantel der W├╝rde und des Respekts umh├╝llen. Ich bin angeekelt und zornig, wenn ich in den Zeitungen Berichte ├╝ber Gier und Korruption lese, in die vermeintlich respektable Leute verwickelt sind. Wom├Âglich wollte ich Leser daran erinnern, dass man keine Gangster sein muss, um kriminell zu handeln.

Nun ist die Trilogie vorerst abgeschlossen, gibt es dennoch eine Chance auf ein Comeback von David Blake?
Ich habe keine unmittelbaren Pl├Ąne, ein weiteres David-Blake-Buch zu schreiben. Die Trilogie steht sehr gut f├╝r sich, denke ich. Es kann aber sein, dass ich eines Tages mit einer gro├čartigen Idee f├╝r Blake aufwache, und dann w├╝rde ich bestimmt in Betracht ziehen, erneut ├╝ber ihn zu schreiben. Seit kurzem schreibe ich ├╝ber drei neue Figuren; Tom Carney und Helen Norton sind investigative Journalisten und bilden mit einem Ermittler, Ian Bradshaw, ein Team, um das Verschwinden eines 15-j├Ąhrigen M├Ądchens aufzukl├Ąren. Dies f├╝hrt dazu, dass sie gleichzeitig in einem sechzig Jahre alten Fall ermitteln. Das Buch handelt zwar im Nordosten Englands, ist aber unterschiedlich zu den David-Blake-Geschichten. Es wurde in England durch Penguin unter dem Titel „No Name Lane“ verlegt und wird dankenswerterweise gut besprochen. Droemer Knaur wird es 2016 in Deutschland ver├Âffentlichen. Ich bin sehr gespannt und hoffe wirklich, dass die deutschen Krimifans das Buch genie├čen werden. Derzeit schlie├če ich den Nachfolger des Buches ab, der Titel wird „Behind Dead Eyes“ lauten.

Ziehen Sie in Erw├Ągung, einen Ableger zu schreiben, in dem Sie David Blake dort lassen, wo er am Ende von „Killer Instinct“ ist, und stattdessen zum Beispiel (und weil er meine Lieblingsfigur ist) Palmer in den Mittelpunkt r├╝cken?
Ich denke zuweilen tats├Ąchlich ├╝ber einen Ableger mit Palmer nach, und er h├Ątte definitiv das gr├Â├čte Potenzial f├╝r eigene Geschichten, die entweder vor oder nach seiner Zeit in David Blakes Firma handeln k├Ânnten. Er ist ehemaliger Soldat einer Sondereinheit mit einem finsteren Geheimdiensthintergrund, und er ist zu einem Schurken geworden, es gibt also auf jeden Fall Substanz f├╝r ein Buch oder auch zwei ├╝ber Palmer. Wir werden sehen.

Wie w├╝rden Sie Newcastle beschreiben?
Ich liebe Newcastle, was Sie vielleicht schon gemerkt haben. Ich w├╝rde es als eine warme, freundliche, fussballbesessene Stadt voller gro├čartiger Leute beschreiben, ein grandioses Reiseziel, falls Sie noch nicht dort waren. Es ist auch ein echt guter Ort zum Feiern, aber Newcastle hat eine n├Ârdliche, durch die Arbeiterklasse gepr├Ągte Geschichte, die manchmal recht harte Leute hervorbringt, mit denen man sich nicht anlegen m├Âchte. Ich glaube, um Gangster in Newcastle zu sein, muss man ein ungeheuer abgeh├Ąrteter Einzelk├Ąmpfer sein, dem ich, offen gesagt, besser nicht begegnen m├Âchte.

Es gibt eine Reihe von Witzen ├╝ber Fu├čball in Ihren B├╝chen. Weshalb?
Fu├čball ist die Religion von Newcastle. Die ganze Stadt ist unglaublich besessen von diesem Sport, deshalb w├╝rde ich es befremdlich finden, ├╝ber die Gegend zu schreiben, ohne Fu├čball zu erw├Ąhnen. Die Ironie ist, dass Newcastle United der am schlechtesten gef├╝hrte Verein im englischen Fu├čball ist, der einem Milliard├Ąr geh├Ârt, der es hasst Geld auszugeben und keine Affinit├Ąt zu dem Verein, der Mannschaft oder der Stadt hat, sondern den Verein nur zur Werbung f├╝r seine Produkte nutzt. Das macht tausende Newcastle-Fans, mich eingerechnet, ungeheuer w├╝tend. Wenn man so will, lasse ich mit den Witzen oder Spr├╝chen ├╝ber den Verein in den B├╝chern ein wenig Dampf ab. Ich erhalte viele Tweets von Newcastle-Fans, die das lieben, aber ich kann mir vorstellen, dass dies ein deutsches Publikum verdutzt, obwohl ich wei├č, dass Deutsche ihren Fu├čball genau so lieben wie wir unseren und darin auch viel erfolgreicher sind. Ich wurde voriges Jahr zu einer Veranstaltung von Mord am Hellweg┬á in Dortmund eingeladen und die Stadt erinnerte mich ein wenig an Newcastle, als ich mitten unter Fans mit gelben Fu├čballtrikots auf den Pl├Ątzen der Stadt sa├č und nach dem Spiel Bier trank. Es f├╝hlte sich an, als w├Ąre ich auf dem Bigg Market in Newcastle.

In Ihren Romanen gibt es einerseits Plots mit Gangstern und Verbrechen, aber auf der anderen Seite viele Beobachtungen der Gesellschaft und Politik. Wie w├╝rden Sie das Verh├Ąltnis dieser Themen beschreiben?
Ich denke, wenn man sehr jung ist, dann neigt man dazu, die Welt als einen simplen Ort zu begreifen, an dem sich die meisten an Gesetze halten und es nur wenige Kriminelle gibt, die verhaftet und eingesperrt werden m├╝ssen. Dann realisiert man, dass die wahre Welt viel komplizierter ist. Ich w├╝rde gerne zum Ausdruck bringen, dass es viele vermeintlich gute Menschen gibt, die jeden Tag b├Âse Dinge tun. Ich habe vor allem eine tr├╝be Meinung von Politikern und der politischen Welt, die so aufgebaut ist, dass alle irgendwann jeden Tag konstant l├╝gen und f├╝r Macht ihre sogenannten Prinzipien opfern. Man muss die Moralit├Ąt eines jeden hinterfragen, der bereit ist, dies zu tun.

Viele Liebhaber der Kriminalliteratur sagen gerne, ein Krimi sei der beste Weg, um unsere Gesellschaft zu beschreiben und zu analysieren. Was denken Sie dar├╝ber?
Ein Kriminalroman erm├Âglicht, Figuren in extreme Situationen zu bringen und deren wahre Natur zu offenbaren, was nicht das gleiche ist, aber es erm├Âglicht die Blende der Anst├Ąndigkeit abzustreifen, die wir ├╝blicherweise in der Gesellschaft auf haben, um dann zu sehen, was darunter liegt. Es gibt diese Welt, die wir in unseren normalen Leben beobachten, dann gibt es all die Gier und Korruption, die hinter den Kulissen anzutreffen sind und von denen wir nichts h├Âren, bis es die Zeitungen erreicht. Ich kann ├╝ber all das in Krimis schreiben und oft Handlungen aufgreifen, die auf wahren Begebenheiten beruhen, und ├╝ber die ich der Times gelesen habe.

Weshalb haben Sie sich ├╝berhaupt entschieden, Kriminalliteratur zu schreiben?
Habe ich gar nicht. Jedenfalls nicht bewusst. Ich hatte einfach die Idee f├╝r eine Geschichte und ich sprach mit meinem Agenten in einer Kneipe dar├╝ber. Als ich ihm von „Crime Machine“ erz├Ąhlte, sagte ich: „Und ich glaube, es ist eine Krimihandlung“. Er mochte die Idee, sagte: „Das k├Ânnte was werden!“ und meinte damit, dieses Buch k├Ânnte dasjenige sein, das endlich als mein Deb├╝t ver├Âffentlicht wird. Er war so begeistert von der Handlung, dass ich verstand, ich sollte loslegen und das Buch schreiben.

Nun w├╝rde ich gerne Fragen noch ein paar Fragen ├╝ber Noir stellen und mit der ÔÇô wom├Âglich ÔÇô schwierigsten beginnen: Was ist Noir f├╝r Sie?
Mein Zugriff auf das Thema ist wahrscheinlich etwas sonderbar, denn als Jugendlicher war ich gro├čer Filmfan, so dass meine Definition des Noir stets auf Film Noir beruhte. Diese meistens amerikanischen Filme waren schwach beleuchtet und durch H├Ąrte gekennzeichnet, die Helden weise und gebrochen, erschaffen von Leuten wie Raymond Chandler oder Dashiell Hammett. Die Frauen sind intelligenten, aber gef├Ąhrlich, die Helden fehlerhaft und die Verbindung mit den Frauen oft verh├Ąngnisvoll. Alles konnte ├╝bel enden, und das tat es auch oft. Viele dieser Ideen sind auch heute noch f├╝r Noir g├╝ltig.

Wie w├╝rden Sie Brit Noir beschreiben?
Das erste Wort, das mir einf├Ąllt, ist gritty. Es gibt ├╝blicherweise einen st├Ądtischen Hintergrund, mit hartgesottenen Helden, die bereit sind, b├Âse Sachen zu tun, um sich oder die Menschen, die ihnen am Herzen liegen, falls erforderlich zu sch├╝tzen. Ich w├╝rde eine gewisse Gewalt erwarten, die nicht notwendigerweise den Regeln eines fairen Kampfes folgt, und Frauen, die zumindest so temperamentvoll und unbarmherzig sind wie die M├Ąnner. St├Ąndig geschehen schlimme Sachen, denn das Leben ist ungerecht, insbesondere im Noir. Und es gibt durchweg eine moralische Zweideutigkeit, so dass die Guten nicht sofort zu erkennen sein k├Ânnen.

Gibt es Krimi- oder Noir-Autoren, die Sie beeinflusst haben?
Ich wei├č, ich bin nicht der einzige der es sagt, aber Raymond Chandler ist ein Einfluss. Vereinfacht w├╝rde ich sagen, er ist ein verdammt guter Autor mit extrem eleganten Wendungen. Ich liebe die Art, wie Chandler Humor in die dunkelsten Situationen einflie├čen lassen kann, und er bringt einen beinahe poetischen Stil des Schreibens in ein Genre, das bereits von Kritikern als unwichtig abgetan war. Er stand einem literarischen Snobismus schon damals gegen├╝ber.

In einigen Artikeln ├╝ber Ihre B├╝cher wird Ted Lewis als Bezugsgr├Â├če genannt. Was denken Sie dar├╝ber?
Ich bin geschmeichelt, weil er ein gro├čartiger Autor ist. Aber ich vermute, diese Verbindung wird in erster Linie wegen der Verfilmung von „Jack’s Return Home“ als „Get Carter“ gezogen, die in Newcastle gedreht wurde, mit Michael Caine in der Hauptrolle. Es ist ein Film, den ich absolut liebe. Ich habe das Buch gelesen, aber es spielt nicht in Newcastle, deshalb bedeutet der Film mir pers├Ânlich mehr. Ich denke, dass seit dem Film aus dem Jahr 1971 niemand ├╝ber Gangster in Newcastle geschrieben hat, deswegen war es toll, dass „Crime Machine“ im Fernsehen und Radio als ein „Get Carter“ des 21. Jahrhunderts gehandelt wurde. Ich bin von dem Vergleich mit einem Film, der ein absoluter Klassiker ist, begeistert.

David Blake erw├Ąhnt einmal Henry Hill, der ein ber├╝hmter Gangster ist und dessen Lebensgeschichte von Martin Scorsese adaptiert wurde. Beeinflussen Filme im Allgemeinen und Filme von Martin Scorsese im Besonderen Ihre Art zu schreiben?
Film beeinflussen mich in gro├čem Ausma├č, da ich schon immer ein gro├čer Filmfan war, mehr noch als ein B├╝cherwurm, um ehrlich zu sein. Ich kenne viele Krimiautoren, die ihre Jugend damit verbrachten, Agatha Christie oder William McIlvanney zu lesen. Ich verbrachte meine Zeit damit, Filme wie „Double Indemnity“ oder „Kind Hearts And Coronets“ aufzust├Âbern. Ich liebe „Goodfellas“, aber tut das nicht jeder? Was f├╝r ein toller Film das ist. „Casino“ mag ich auch, aber ich bin kein Fan von allem, was Scorsese gemacht hat. „The Departed“ zum Beispiel habe ich ├╝berhaupt nicht genossen. Ich w├╝rde sagen, „Goodfellas“ mag einen Einfluss gehabt haben, aber wenn dann auch „The Godfather“, „Get Carter“ und der wundervolle „The Long Good Friday“ mit Bob Hoskins, einem britischen Gangsterfilm, den ich bewundere. Er wurde gerade erneut herausgebracht, um dem Erscheinen vor 35 Jahren zu gedenken, und hat einige der besten, zitierf├Ąhigsten Dialoge, die ich je geh├Ârt habe.

Ich habe gelesen, dass auch ihre B├╝cher optioniert wurden. K├Ânnen Sie mir dazu etwas sagen?
Ja, das stimmt. David Barron, Produzent der Harry-Potter-Filme und ein wirklich guter Kerl, hat die Optionen erworben. Ob die Filme je gemacht werden oder auch nicht, das wei├č ich nicht. Vieles wird erst einmal optioniert und bleibt dann auf der Strecke. Aber sich f├╝r eine Besprechung mit dem Produzenten des erfolgreichsten Films der Welt an einen Tisch zu setzen, ist sicher einer der H├Âhepunkte meiner Karriere als Autor bis heute.

Vielen Dank f├╝r das Gespr├Ąch!

Das Gespr├Ąch f├╝hrte Sonja Hartl f├╝r Polar Noir im Oktober 2015.

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