Sam Hawken wurde 1970 in Texas geboren und studierte Geschichte an der Universität von Maryland. Nach einer Kurzgeschichte in einem Band mit dem Titel Borderland Noir begann er mit dem Schreiben von Kriminalromanen. Zuletzt ist in deutscher Übersetzung von Karen Witthuhn “Kojoten” von ihm erschienen.

Sie haben Geschichte studiert – wie sind Sie zur Schriftstellerei gekommen?
Ich wollte als Akademiker und Forscher arbeiten, aber das Schreiben ist schon seit langem ein Teil von mir. Meine erste Kurzgeschichte – über Dinosaurier und Banküberfälle – schrieb ich mit sieben Jahren. Andere Geschichten folgten, die meisten eher schrecklich, und ich brachte mir das Tippen auf der Schreibmaschine selber bei, um mit meinen Ideen mitzuhalten. Handschrift reichte nicht.
Mir wurde abgeraten zu schreiben, vor allem durch meine Eltern, deshalb ist die Tatsache, dass ich heute dort bin, wo ich bin, so etwas wie ein Beweis meiner Sturheit. Mein Vater sagte mir einst, „Du wolltest immer ein Schriftsteller werden, aber Du hast doch gar kein Talent.“ Dagegen habe ich aufbegehrt.

Und warum haben Sie sich entschieden, Kriminalromane zu schreiben?
Eigentlich habe ich mich nicht dafür entschieden. Die ersten Bücher, die ich schrieb, waren Science Fiction – Cyberpunk strenggenommen – und allesamt furchtbar. Ich nahm eine Auszeit vom Schreiben für etwa zehn Jahre, danach schrieb ich zwei auf meinen Forschungen beruhende Romane, einen über ein islamisches Artefakt mit großer Bedeutung für diesen Glauben, und danach über den Mord körperlich und geistig behinderter Menschen durch Ärzte und Krankenschwestern während des Nazi-Regimes. Das zweite war viel besser als das erste. Meiner Agentin gelang es jedoch nicht – aus welchen Gründen auch immer –, das Buch loszuwerden, trotz des einhelligen Lobes von jedem Herausgeber, der es las. Ich fand das immer herzzerreißend.
Zuvor bin ich auf ein Online-Magazine gestoĂźen, das eine Ausgabe ĂĽber „borderland noir“ vorbereitete. Ein Gast-Autor, Craig McDonald, hat eine Zusammenfassung ĂĽber die Definintion von “borderland noir” geschrieben, die in mir viele Gedanken provoziert hat, und mich dazu angespornt hat, eine Kurzgeschichte in diesem Genre zu schreiben. Diese Kurzgeschichte erwies sich als Erfolg, mein Agentin fĂĽhlte sich angesprochen, die dann versuchte, meine existierende, nicht-kriminalliterarische Arbeit zu verkaufen – ohne Erfolg. Daraufhin ermunterte sie mich, einen Roman in diesem Genre zu versuchen und so entstand “The Dead Women of Juárez”.

In welcher Weise beeinflusst Ihre Ausbildung als Historiker Ihr Schreiben?
Ich bin ein Pedant und achte auf akkurate Details. Ich gehe den Sachen auf den Grund, auch wenn sich nicht 99 Prozent der Nachforschungen im Buch wiederfinden. Ich will wirklich wissen, über was ich schreibe, und ich denke, es ist diese Hingabe zu den zugrundeliegenden Details, die mein Werk lebendig werden lässt. Wenn mich Leute wegen der Borderland-Trilogie kontaktieren, erwähnen sie meistens die Authentizität der Ausführungen. Sie glauben, sie sähen durch ein Fenster auf die Orte und Menschen, die ich beschreibe. Das ist die gleiche Empfindung, die ein Historiker hervorrufen will, wenn er nonfiktionale Texte schreibt, und genau das ist der Kern meiner Methode.

Was inspirierte Sie zu “Kojoten”?
Ich war ermüdet vom Drogenkrieg und den Gangstern und dachte, dass das Einwanderungsthema etwas wäre, mit dem die Leser etwas anfangen können. Während meiner gesamten Karriere habe ich versucht, ein amerikanisches Publikum zu umwerben, indem ich die Situation an der südlichen Grenze der Vereinigten Staaten beleuchte, aber es hat nie geklappt. Also dachte ich, wenn ich etwas zeitgemäßes und kontroveres wie illegale Immigration thematisierte, würde sich die Sache ändern. Aber es genau das passiert, was mit meinen früheren Mexiko-Büchern passierte: Ich habe im Vereinigten Königreich und Europa ein weitaus bereitwilligeres Publikum gefunden als in den USA. Vielleicht liegt es daran, dass diese Regionen ihre eigene Einwanderungskrise erleben.
“Kojoten” war außerdem die Gelegenheit, einen sehr charakterzentrierten Roman zu schreiben. Es gibt nicht viel in dem Buch, was man als prozedural bewerten würde, so wie Kriminalroman über ein Verbrechen ist. Es gibt Kriminalität in dem Büch, aber ich würde es nicht als Kriminalroman bewerten. Es ist eigentlich über Menschen, die mit einer Situation zurechtkommen wollen, in der es keine einfache Lösung gibt.

Wie haben Sie fĂĽr das Buch recherchiert?
Ich bin heute darin nicht mehr so gut wie ich es mal war, aber ich habe sehr viel zu dem Thema gelesen. Illegale Immigration ist ein heiĂźes Thema in den USA, Mexiko und an anderen Orten, also gibt es sehr viel Material, das durchzusehen ist. Es gibt fast zu viele Informationen.
Zusätlich zu Zeitungen, Blogs und Informationsschriften habe ich mich auch an meine Erfahrungen mit mexikanischen Migranten erinnert. Als ich ein Kind war, habe ich die Ranch von Verwandten besucht, und sie haben regelmäßig illegale Migranten beschäftigt, die auf ihren Feldern und ihrem Besitz gearbeitet haben. Eine Familie hat seit drei Generationen für meine Verwandten gearbeitet, sie kamen über die Grenze, um in einem heruntergekommenen Schuppen ohne Elektrizität und fließend Wasser zu leben. Sie haben einen Hungerlohn und Essen erhalten, wurden als “wetbacks” beschimpft und wie Skalven behandelt.

Warum haben Sie Ihren Roman in drei Geschichten aufgeteilt?
Es war mir wichtig, die Geschichte der illegalen Immigration aus Sicht der drei Parteien zu schildern, die damit zu tun haben: Gesetzeshüter, Migranten und Vermittler. Daher wusste ich von Anfang an, dass ich drei Protagonisten brauche und ihre Geschichten miteinander in Beziehung stehen, aber nicht notwendigerweise linear verlaufen müssten. Als ich meinen Entwurf zusammengestellt habe, fand ich es am effektivisten, die Geschichte vom Ende her zu erzählen, so dass ich den Leser auf eine Entdeckungsreise schicke, und ich fand es ebenfalls besser, jede dieser Geschichten einzeln zu erzählen anstatt zwischen den Perspektiven zu wechseln, wie es ein Buch typischerweise tun wurde. Es erschien mir einfach als die beste Lösung.

Und warum haben Sie sich entschieden, bei zwei der Geschichten weibliche Figuren in den Mittelpunkt zu stellen?
Um es einfach zu sagen: Es gibt sehr viele Männer in der Belletristik, aber nicht genug Frauen.
Obwohl zwei Teile meiner Borderland Trilogie (“The Dead Women of Juárez” and “Missing”) sich auf Gerichtsverhandlungen gegen Männer konzentrieren und fast ausschließlich männliche Charaktere haben, ist es sehr viel typischer für mich, Geschichten mit Frauen im Mittelpunkt zu schreiben. Ich habe mich schon immer mehr für starke Frauen als für starke Männer interessiert, vermutlich weil Männer schon fast auserzählt erscheinen. Es gibt so viele Charakterzüge, die Frauen nicht haben dürfen, so viele Plots, in denen sie nicht Teil sind, und ich bevorzuge es, ihnen diese Züge zu geben und diesen Plots zu folgen, weil dadurch manches, was erledigt und abgedroschen erscheint, anders wirkt. Die Art und Weise, wie eine Frau ein Problem löst, kann sich von der Art und Weise des Mannes unterscheiden oder nicht, aber diese Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu finden und sie in der Fiktion herauszustellen, macht vieles interessanter für mich und hoffentlich auch den Leser.

Es hätte viele Möglichkeiten gegeben, den Roman deutlicher in einen Krimiplot zu führen – der Baum, die Gewalt, die Kojote-Geschichte usw. – waren Sie jemals versucht, diesen Weg einzuschlagen?
Als ich “Kojoten” schrieb, hatte ich bereits vier Romane mit einem Krimi-Plot geschrieben und veröffentlicht. Ich hatte über die Frauenmorde in Ciudad Juárez, den Drogenkrieg und die mexikanische Entführungsepidemie geschrieben, über die breite Kluft zwischen den gewöhnlichen Menschen und reichen Bürgern in Mexiko. Ich würde nicht sagen, dass ich hinsichtlich Krimi-Plots ausgebrannt war, aber ich wollte eine Veränderung – stilistisch und inhaltlich. Eines Tage würde ich aufhören, überhaupt über Mexiko zu schreiben, und vielleicht werde ich nie wieder einen Mexiko-Roman schreiben. Die Zeit erschien mir passend, etwas zu machen, was ich zuvor nicht gemacht habe, auf eine Art und Weise, die neu war.
Es wäre sehr einfach gewesen, das Thema der illegalen Einwanderung in ein krobkörniges, gewaltsames Noir-Spektakel zu biegen. Es gibt Gewalt und Sex und all dieses in dem Buch, aber der Unterschied in der Heransgehensweise ist – jedenfalls für mich –, dass ich viel stärker an der Gelegenheit interessiert war, über normale Leute und deren Probleme in dem Kontext eines größeren sozialen und politischen Themas zu sprechen. Ich wollte nicht einen geradlinigen, literarischen Roman schreiben, die ich dröge finde, sondern meine schriftstellerischen Mittel in das Werk einbeziehen.

Weshalb haben Sie den Handlungsort nach El Salvador ausgeweitet?
Wenn man in Maryland, wo ich lebe, einem Einwanderer aus Zentralamerika begegnet, dann ist diese Person wahrscheinlich aus El Salvador. Das in den USA verbreitete Klischee, alle Spanisch sprechenden Migranten stammen aus Mexiko, ist absolut falsch. Migranten kommen genau so aus dem Süden wie Argentinien, und alle stellen sich unfassbaren Härten und Gefahren auf ihrem Weg. Zu entscheiden, über eine Mexikanerin zu schreiben, die aus Mexiko eingewandert ist, wäre zu simple, und würde die Erfahrungen vieler Menschen vernachlässigen, denen ich in meiner Gemeinde jeden Tag begegne.

Ihr Buch kann als Appell verstanden werden, bessere Wege der Immigration zu finden, jedenfalls solange sich die Situation in den Ländern, aus denen die Einwanderer stammen, nicht verbessert. Wie wurde dies in den USA wahrgenommen?
Mit lautem Schweigen. Wie ich schon sagte, haben amerikanische Leser kein Interesse an einem meiner Mexiko-Romane gezeigt, obwohl Mexiko eine groĂźe Bedeutung in unserer AuĂźenpolitik, der Strafverfolgung und unserer Wirtschaft einnimmt.
Ich habe darüber viele Jahre nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, die Mehrheit der bücherkaufenden amerikanischen Öffentlichkeit will schlicht keine Geschichten über Latinos lesen. Diese Leser kommen weit überwiegend aus der weißen Mittelschicht und stehen den Themen, die die Latinos in den USA und andernorts betreffen, entweder gleichgültig oder unverhohlen feindselig gegenüber. Ich bin sicher, sogar in Deutschland ist den Lesern bekannt, wie stark bestimmte Präsidentschaftskandidaten den Hass gegen Einwanderer, insbesondere aus Mexiko geschürt haben. Während ich gerne sage würde, diese Ideen seien unamerikanisch, ist nun unglücklicherweise bewiesen, dass diese sehr amerikanisch sind. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass die Anti-Latino-Voreingenommenheit sogar die miterfasst, die behaupten, keine Missgunst gegenüber Migranten oder der einheimischen Latino-Bevölkerung zu hegen.
Was die schwindende weiße Mehrheit in den USA nicht versteht – oder vielleicht versteht sie es, ist aber zu verängstigt, darüber laut zu sprechen – ist, dass die Zukunft unseres Landes nicht weiß ist. Die Mehrheit der Immigranten kommt aus Zentral- und Südamerika, und die am schnellsten wachsende einheimische Bevölkerungsgruppe ist die der Latinos. Spanisch ist überall, von den Schildern in unseren Geschäften über die automatisierten Ansagesysteme bei Telefonhotlines. Diese Leute sind hier, werden weiter herkommen und sie werden möglicherweise angehört werden. Es ist besser, diese Realität anzuerkennen und einen Weg zu finden, sich diesem Wandel anzupassen, als von ihm plattgewalzt zu werden.

Woher kommt Ihr Interesse an der US-mexikanische Grenze?
Ich bin gebürtiger Texaner und verbrachte einen Großteil meiner Jugend an der Grenze und in Mexiko. Ich bin zwar kein Mexiko-Experte, aber dennoch finde ich trotz meiner Nachforschungen und Erfahrungen, dass Mexiko ein wohliger, vertrauter, wenn auch – nach den Ereignissen der vorigen 15 Jahre – irgendwie furcheinlößender Ort ist. Es gibt eine Menge Überlappungen zwischen der amerikanischen und mexikanischen Kultur, die von vielen Leuten noch nicht einmal wahrgenommen werden. Die Grenze ist porös, keine Mauer. Unsere Probleme sind deren Probleme, und deren Probleme sind unsere Probleme. Wir sind mit ihnen in einer Weise verbunden, auf die wir noch nicht einmal mit unseren Nachbarn im Norden, Kanada, verbunden sind. Wer könnte die Gelegenheit verstreichen lassen, über diese Realität zu schreiben?

Ich wĂĽrde gerne mehr ĂĽber Ihre Schreibroutine erfahren. Wie gehen Sie beim Schreiben vor?
Ohne einen Entwurf schreibe ich kein Wort weder zu einer Kurzgeschichte oder einer Novelle noch zu einem langem buch. Es ist für mich der einzige Weg, eine Geschichte ordentlich zu gestalten und zu plotten. Und obwohl ich diesen Entwurf habe, der im Grunde genommen alles enthält, was ich in ein Buch stecken will, weiche ich regelmäßig ab und muss mich selbst zügeln.
Meist fange ich mit einem Konzept aus zwei bis drei Sätzen an, das entwickele ich zu einem Grundgerüst weiter, indem ich wichtige plot points beschreibe, und dann schreibe ich eine detaillierten, kapitelweisen Entwurf für das ganze Buch. Dadurch bin ich in der Lage, sehr saubere, einreichungsbereite erste Entwürfe zu schreiben, da ich im Wesentlich das Buch einmal in der Gliederung schreibe und dann ein zweites Mal darüber gehe und Details hinzufüge.
Meine Alltagsrountine sieht so aus, dass ich von Mittag bis vier Uhr nachmittags schreibe, fünf Tage in der Woche. Ich nutze die Pomodoro Technique, also habe ich für dreieinhalb Stunden effektiv. In dieser Zeit kann ich in der Regel 6000 Wörter schreiben.

Und was ist Noir fĂĽr Sie?
Ich bin mir nicht sicher, wie ich diese Fragen beantwortet kann, denn “Noir” ist so ein breiter Begriff. Pulp-Detektivromane können als Noir bezeichnet werden, aber auch so etwa wie die Mexiko-Bücher in der Borderland-Trilogy, die überhaupt nicht pulp sind. Es ist so ein Begriff, der für verschiedene Menschen verschiedene Bedeutungen hat, und ich wäre nicht überrascht, wenn die meisten Leser nicht sofort eine Definition vorbringen könnten, die zu ihren Erfahrungen passt. Noir ist etwas, das man erkennt, wenn man es sieht, denn es schlägt diesen bestimmten Ton an. Aber was für Dich noir ist, muss für mich nicht auch noir sein. Es ist alles subjektiv, und man sich noch nicht einmal an bestimmten Motiven festhalten, denn diese wechseln von Werk zu Werk durchaus.

Gibt es einen Kriminal- oder Noir-Roman, der Sie in besonderer Weise beeinflusst hat?
Im Grunde genommen gibt es nur einen Krimi, auf den ich weisen kann, der mich unmittelbar und deutlich beeinflusst hat, und das ist “No Country for Old Men” von Cormac McCarthy. Das erste Mal las ich das Buch 2005, gerade als ich selbst den Stift wieder in die Hand nahm. Seine Prosa zu lesen war wie vom Blitz getroffen zu werden. Während er bekannt dafür ist, ein sehr schwülstiger, beinahe poetischer Dichter zu sein, ist “No Country” auf das Nötigste reduziert, bis zu dem Punkt, an dem kaum noch jedwede Prosa übrig ist. Als ich das Buch las, wollte ich nur noch dieses minimalistische Niveau in mir selbst finden, und ich habe Buch für Buch danach geeifert.
“No Country” lehrte mich zudem, dass man Konventionen durchbrechen muss. Man kann Geschichten schreiben, die allen bekannten Pfaden folgen und dort enden, wo man es erwartet, und ich selbst habe diese Bücher geschrieben. Das ist, als würde eine Formel sauber angewendet. Aber man kann auch Geschichten schreiben, in denen Erwartungen untergraben werden, und das ist genau so wertvoll wie etwas auf gewöhnliche Weise zu tun.

Viele Krimifreunde pflegen zu sagen, eine Krimi seo der beste Weg unsere Gesellschaft zu beschreiben und zu analysieren. Wie stehen Sie dazu?
Ich bin hin und her gerissen. Ich habe es bereits gehört, und ich denke jedes Mal „Welche Kriminalliteratur“? Denn wie auch Noir kann Kriminalliteratur nicht einfach bestimmt werden, und leider wurde ihre Definition verunreinigt mit schlechten Ideen und noch schlechteren BĂĽchern. Es gibt eine ganze Bewegung junger Autoren, die Kriminalliteratur definieren als das Schreiben ĂĽber fĂĽrchterliche Geschichten mit schrecklichen Menschen, die denken, das groteske Gewalt, Frauenfeindlichkeit und Erniedrigung das ist, was die realistischte Dichtung ausmacht. Mit diesem Ansatz stimme ich ĂĽberhaupt nicht ĂĽberein.
Es gibt Gewalt in unserer Gesellschaft. Es gibt Vergewaltigung und Folter und die schlimmsten Formen von Unmenschlichkeit. Das aber bis zum HöchstmaĂź zu verstärken, weil es Dichtung vermeintlich „dĂĽster“ und „grenzwertig“ macht, ist keine gute Dichtung. Noch ist es eine gute Analyse. Man kann aufwĂĽhlenden Stoff in BĂĽchern verarbeiten, und weiĂź Gott, das habe ich selbst auch gemacht, aber es gibt einen Unterschied zwischen Beschreiben und Abfeiern, und das ist eine Unterscheidung, die vielen Autoren nicht gelingt, denke ich.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Das Gespräch führte Sonja Hartl für Polar Noir im Januar 2016.

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