Julien Lenfant, seine Frau Yvonne und die 17-j√§hrige Tochter Solange betreiben ein Familienunternehmen der besonderen Art: Sie haben sich auf Einbruchdiebst√§hle spezialisiert. Julien erweckt dabei den Eindruck, dass dies keineswegs verwerflich sei. Er glaubt, nicht schlechter als ein Finanzbeamter zu sein. Er ist au√üerdem bei den Einbr√ľchen stets darauf bedacht, seine Opfer nicht zu dem√ľtigen. Gegen Dem√ľtigungen seien die Leute schlie√ülich nicht versichert. Bei einer der n√§chtlichen Diebestouren wird Julien durch Sch√ľsse eines Polizisten schwer verletzt. Sein Bruder Andr√©, Arzt von Beruf, behandelt ihn. Er selbst hat aber nichts mit den kriminellen Machenschaften zu tun. Fraglich ist, wer Julien in jener Nacht zu Andr√© brachte. Dar√ľber kann Solange Auskunft geben, die ebenfalls vor Ort war. Es war ein gewisser Michel, der zuf√§llig zur Tatzeit am Tatort vorbeikam. Michel war es auch, der den Polizisten erschoss, Julien so vor weiteren Sch√ľssen bewahrte und ihm das Leben rettete. Michel ‚Äď nur einer von vielen Aliasnamen – geh√∂rt einer kriminellen Vereinigung an, die generalstabsm√§√üig politische Attentate vorbereitet und kaltbl√ľtig ausf√ľhrt. Zwei kriminelle Welten treffen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein k√∂nnten. Zwar versucht Michel, einen Fu√ü in die Welt der Lenfants zu setzen. Die Auffassungen √ľber die kriminelle Vorgehensweise sind jedoch zu verschieden, als dass eine dauerhafte Kooperation m√∂glich w√§re. Und als Julien einen Fu√ü in die Welt Michels setzt, nimmt ein dramatisches Geschehen seinen Lauf.


 

Jean Amila: Mitleid mit den Ratten. Übersetzt von Bernd G. Bauske (Leitung), Susanne Litterst, Christine Rabl und Janina Schmit. Conte 2006. (Pitié pour les rats, 1964)

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