Robert McGladdery, der letzte Mann, der 1961 in Nordirland geh√§ngt wurde, war angeklagt des Mordes an einer Neunzehnj√§hrigen. Er beteuerte seine Unschuld, bis er √ľberraschend, am Abend vor seiner Hinrichtung, ein Gest√§ndnis ablegte. Ein Gest√§ndnis, dessen Wahrhaftigkeit bis heute zweifelhaft ist. McNamee sp√ľrt einem Geschehen nach, das nie eindeutig gekl√§rt wurde. Sein Interesse gilt ebenso der Aufdeckung eines spektakul√§ren Justizirrtums wie der Anatomie einer Gesellschaft, die einen solchen Irrtum erst m√∂glich macht. Halb Fallstudie, halb Fiktion, ist dies eine Expedition in ein menschliches und soziales Drama. Nordirland, ein dunkler Planet, Brachland einer verlorenen Gesellschaft, die dem Filz in Verwaltung, Justiz, Regierung und Klerus nichts entgegenzusetzen wei√ü.


Eoin McNamee: Requiem. Übersetzt von Hansjörg Schertenleib. dtv 2012. (The Orchid Blue, 2010).

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