Hurrikan Katrina fegte 2005 √ľber die Heimat von James Lee Burke hinweg und legte ‚ÄěThe Big Easy‚Äú in Schutt und Asche. In der √ľberfluteten Stadt treiben Leichen umher, und die Menschen versuchen panisch, ihr Hab und Gut zu retten. Die H√§user sind verlassen, der Strom ist weg und keine Spur mehr von Recht und Ordnung. Ein tiefer Graben des Misstrauens trennt die wei√üe und die schwarze Bev√∂lkerung, w√§hrend Hilfe der Beh√∂rden auf sich warten l√§sst.
Inmitten dieses Szenarios soll Dave Robicheaux die Vergewaltigung an einem jungen M√§dchen aufkl√§ren und einen verschwundenen Priester finden. Dabei m√ľsste er sich viel dringender um den Gr√ľnder einer B√ľrgerwehr k√ľmmern, der wesentlich gef√§hrlicher ist als die vielen Verbrecher, die damit besch√§ftigt sind, die Stadt zu pl√ľndern.
Dave Robicheaux zählt zu den eigenwilligsten Ermittlern der Kriminalliteratur.
Er ist Vietnam-Veteran, trockner Alkoholiker und hat in seinem Leben diverse Schicksalsschl√§ge hinnehmen m√ľssen, nicht zuletzt die Ermordung seiner ersten Frau. Als Cop folgt er nicht immer den Buchstaben des Gesetzes, aber das l√§sst Dave Robicheaux kalt.
James Lee Burke widmet sich mit all seinem K√∂nnen ‚Äď seine feinen Charakterbeschreibungen und seine Schilderungen der S√ľdstaatenatmosph√§re sind un√ľbertroffen ‚Äď in diesem facettenreichen Roman einem dunklen Kapitel der amerikanischen Geschichte. ‚ÄěSturm √ľber New Orleans‚Äú ist vielleicht sein politischster Kriminalroman.


 

James Lee Burke: Sturm √ľber New Orleans. √úbersetzt von Georg Schmidt. Pendragon 2015. (The Tin Roof Blowdown, 2007)

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